Heute war „Badetag“ im Dnjepr

Nun gut, der Titel täuscht etwas. Denn für die hiesige Kirchengemeinden ist heute einer der höchsten Feiertage. Da die orthodoxe Kirche weiterhin nach dem julianischen Kalender ihre Feste feiert, ist heute das Epiphanias-Fest, an dem orthodoxe Gläubige die Taufe Jesu Christi feiern. In Deutschland eher bekannt als das Fest der „Heiligen Drei Könige“. 

Strenggläubige und wagemutige Christen nehmen an diesem Tag ein „Bad im Eisloch“, das soll von Sünden befreien. Bei Russland-Aktuell fand ich folgendes, was auch auf ukrainische Gläubige zutrifft:

Dabei war der ursprüngliche Sinn des Eisbadens im Januar, sich von den Sünden der vorhergehenden Tage zu befreien. Denn auch nach der Annahme des Christentums hielten sich in Russland hartnäckig heidnische Bräuche:

Ausgerechnet in den Tagen nach dem orthodoxen Weihnachten versuchen sich viele Russen bis heute daran, mit Kaffeesatzlesen und anderen ganz und gar unchristlichen Wahrsagemethoden ihre Zukunft vorherzusagen.

 

Die Kirche ist aber so human und meint, dass dieses Bad nicht Pflicht sei. Weiterhin ist es Tradition, dass man sich Wasser segnen lässt. Fast jeder hier im Dorf bewahrt es das ganze Jahr über auf, da diesem Wasser wundertätige Heilkraft zugesprochen wird.

Selbst in Tscherkassy waren Eisbader im Dnjepr, ich habe es leider verpasst. Aber meine liebe Freundin Sonnenblume war in Kiew dabei und hat mir wieder einige Bilder dazu geschickt:

Schade, dass das heutige Fest von den Vorfällen in Kiew überschattet wird.


 

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