Von Zecken und wie der Maidan Menschen verändern kann

Wir haben zur Zeit bei unseren Hunden immer wieder Probleme mit Zecken, trotz Impfung und Tropfen  schlagen diese Biester zu. Meine Frau entfernte unsrer Irma vorgestern eine Zecke, leider blieb wohl der Kopf stecken und heute Vormittag entdeckten wir eine kreisrunde Entzündung. Was machen? Es ist Sonntag. Milla rief trotzdem unsere örtliche Veterinärapothekerin an, die gleichzeitig auch Tierärztin ist. Sie versprach, selbstverständlich komme ich!

Als sie da war, betäubte sie Irma örtlich und schnitt die Wunde aus. Noch ein bisschen Penizillin gespritzt und nach 15 Minuten war der Fall erledigt. Übrigens, das alles, inklusive Hausbesuch kostete 60 Hriwna, also nach aktuellem Kurs nicht einmal 4 Euro. Wir sind echt froh, diese Frau zu haben, hat sie uns doch schon oft mit den Tieren geholfen. Und wir kennen uns nun auch etwas näher, tranken dann noch zusammen Kaffee und sprachen auch über aktuelle Themen.

Da erzählte sie uns dann folgende Geschichte: Sie hat einen Sohn, 19 Jahre alt. Es gab immer wieder Probleme mit ihm. Er half nirgends, war faul, er hatte zwar die Schule abgeschlossen, sich aber nicht weiter um seine Zukunft bemüht, hockte den ganzen Tag vor dem Computer. Reden konnte man nicht mit ihm, es gab immer Streit. Trotz Verbot seines Vaters ging er Anfang Dezember nach Kiew auf den Maidan.

Er ist jetzt wieder zu Hause, zum Glück ist ihm nichts passiert. Aber er ist, wie uns die Tierärztin erzählte, ein ganz anderer Mensch geworden. Er hilft mit in Haus und Garten, man kann offen und ruhig mit ihm über alles reden. Und das Beste, er will jetzt studieren und in die Politik gehen. Aus den Augen unserer Tierärztin sprach ein Stolz, den wir sehr gut verstehen können. Vladik, so heißt der Sohn, wir wünschen Dir für die Zukunft alles, alles Gute. Die Ukraine braucht Menschen wie Dich!


 

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