Molosiwo. Eine Delikatesse aus der Erstmilch oder „Biestmilch“ hergestellt, gibt es nur, wenn eine Kuh oder Ziege Junge bekommen hat. Ich berichtete schon davon. In unserem Fall war es ganz pünktlich unsre Emmutschka, die am Montag 2 süße kleine Zicklein zur Welt brachte. Weiterlesen
Rätsel: Ukrainische Traditionen
Die Ukraine hat viele Traditionen. So ist es zum Beispiel verpönt, sich über die Türschwelle hinweg die Hand zu geben oder im Haus zu pfeifen – dann gibt es kein Geld. Nun ein kleines Rätsel zu dem Thema. Was bedeutet das Stück Brot in dem Glas auf dem Bild?
Nutzt bitte die Kommentarfunktion für Eure Antworten, Fragen oder Mutmaßungen. Die Antwort folgt später. Viel Spaß beim raten! :)
Auflösung
Das ging schnell. „icke“ hat es richtig erkannt. Molodjez! :)
Meine Frau schenkte einer Nachbarin ein Glas Ziegenmilch, das Brot ist ein Dankeszeichen und für die Ziege gedacht. Von Nachbarn, Freunden oder Verwandten bekommt man ja immer wieder mal etwas zum probieren. Generell ist es so, dass man dann nie einen leeren Teller oder ein leeres Glas zurück gibt oder bekommt. Ein Bonbon, Schokoriegel, frisch gemachte Warelniki oder was eben da ist, es ist immer ein kleines Dankeschön dabei. Wie ich finde, eine schöne Sitte!
Gänseaufzucht ist doch nicht so einfach
Nachdem wir im letzten Jahr 15 junge Gänse (Hökergänse) auf dem Basar kauften, groß zogen und einen Teil uns im Winter schmecken ließen, fingen die verbliebenen Gänse Mitte Dezember an, Eier zu legen. Natürlich waren 2 Ganter dabei, die auch fleißig „die Eier stempelten“. :) Kleinere Eier verarbeiteten wir ganz normal wie Hühnereier und die großen Eier sammelten wir dann und bewahrten sie an einem kühlen Ort auf. Ziel war es, diese dann selbst in einem Inkubator auszubrüten und so auch etwas Geld für den Kauf neuer Gänse zu sparen. Laut meiner Frau können die Eier bis zu 3 Monate gelagert werden, bevor man mit dem ausbrüten beginnt. Weiterlesen
Ist das Wahlbetrug?
Ich nutze ja aktuell jede Gelegenheit, mit Ukrainern über den Fall Timoschenko zu reden. Dabei kochen schon die Emotionen hoch, da fallen Sätze wie „Die Frau ist einfach widerlich“ – aber das nur am Rande. Interessanter Weise sagte mir ein Geschäftsmann folgendes: „Keiner weiß, was sich da oben wirklich abgespielt hat. Und überhaupt, Janukowitsch ist doch nur durch Wahlbetrug an die Macht gekommen. Er hat seine Leute auf die kleinen, armen Dörfer geschickt. Die haben vor allem den alten Leuten einen Sack Buchweizen (Anm.: das ist hier eine beliebte Speise) auf den Tisch gestellt und gesagt ‚Der gehört Euch, wenn Ihr Janukowitsch wählt!‘ und viele haben sich so umstimmen lassen.“ Weiterlesen
Nochmal Timoschenko: Deutsche Medien sind vergesslich, das Internet nicht!
Habe mal ein wenig Google bemüht. Lest und entscheidet selbst:
24.08.2001 WSWS.org Ukraine: 10 Jahre Unabhängigkeit – eine soziale Katastrophe (speziell 2. und 3. Absatz von unten)
Keine der politischen Fraktionen und Gruppen im 445 Sitze starken Parlament (Rada), weder in Kutschmas Bündnis noch im neuen Siebenparteienbündnis der Oppositionsführer Julia Timoschenko (Mutterlandspartei) und Alexander Moros (Sozialistische Partei der Ukraine (SPU)), vertritt die Interessen der breiten Bevölkerung.
Julia Timoschenko, auch „schöne Julia“ oder „Gasprinzessin“ genannt, ist Millionärin und stammt ebenfalls aus dem Clan von Dnipropetrowsk. Dieser Clan übernahm Mitte der 90er Jahre die politische Macht in der Ukraine, spaltete sich jedoch später in verschiedene Teile. Timoschenko war Direktorin eines der größten Energieunternehmen, bevor sie unter Kutschma als Energieministerin die Gaswirtschaft reorganisierte. Im Januar dieses Jahres wurde sie abgesetzt und lief zur Opposition über. Seither besitzt sie die Sympathien westlicher Banken und Politiker und wird als ernst zu nehmende Kandidatin für die Wahlen im März nächsten Jahres angesehen.
11.12.2004 Heise/TP „Who is Who im Kiever Machtkampf?“
… Bei der gegenwärtigen Auseinandersetzung um den Präsidentensessel in Kiev geht es nicht darum, ihn mit Weiterlesen
Die unerwiderte Liebe
Wussten Sie, liebe deutsche Leser, dass Sie geliebt werden? Ich meine nicht von Ihren Partnern, Eltern oder Kindern – nein: Sie werden geliebt von den Ukrainern und Ukrainerinnen. Kaum eine Begrüßung und Vorstellung meinerseits vergeht ohne ein respektvolles „Deutschland. Gut!“ und einem erhobenen Daumen. Die Männer schwärmen von den Autos, der Technik, dem handwerklichen Können und der Effizienz deutscher Arbeiter und Ingenieure. Frauen lieben die „kulturny“ Männer, die ihnen auch einmal die Hand geben, höflich die Tür aufhalten, kochen können und sich nicht zu schade sind, auch einmal im Haushalt zu helfen.
Deutschland wird geliebt. Keine Spur von Groll wegen des 2. Weltkrieges. Im Gegenteil höre ich von der älteren Generation zum Verwundern oft einen Seufzer und „Es wäre besser für uns gewesen, Hitler hätte gewonnen“. In diesem einfachen Satz will man natürlich nicht Hitler oder die Faschisten hoch leben lassen! Der Satz verkörpert die Tragik, dass es heute dem Besiegten in vielen Belangen besser geht als dem Sieger des großen Vaterländischen Krieges.
Ein netter, älterer Mann erzählte mir von seiner Zeit bei der Roten Armee. Er war in der DDR bei Berlin stationiert. Mit Stolz und Enthusiasmus folgte er dem Ruf seines Landes und schützte den kleinen Bruder. Er schwärmte von der Landschaft, dem guten Essen und den kultivierten Menschen. Und dann fragte er mich: „Aber weißt Du, was mich traurig gemacht hat? Dass die Leute unseren Schutz gar nicht wollten.“
An diesen Satz muss ich jedes mal denken, wenn ich aktuell die populistischen Äußerungen deutscher Politiker zum Fall Timoschenko lese; und die Meinungsmache der Medien sowieso. Was in aller Welt fällt denn Gauck, Gabriel, Merkel und Konsorten ein, sich in das Strafrecht eines souveränen Staates einzumischen? Vor allem, für wen? Julia Timoschenko ist nicht die Lichtgestalt der Demokratie für die Ukrainer! Bis auf ihre Familie, Partei und einige Anhänger ist Julia Timoschenko für die ukrainischen Menschen Mitglied im Clan der Oligarchen, die als Turbokapitalisten ohne Rücksicht und auf Kosten des Volkes reich wurden.
Während Anfang der 90er abertausende Menschen verarmten, da ihre Ersparnisse einfach eingefroren wurden, wurde JT einflussreiche Unternehmerin im Energiesektor (siehe Wikipedia). Wegen Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung saß sie und ihr Mann schon vor 11 Jahren (!) in Untersuchungshaft und selbst Russland setzte sie auf die Suchliste von Interpol wegen Bestechung.
Jetzt ist diese Frau (angeblich) krank und wurde (angeblich) mißhandelt. Das Gesundheitssystem in der Ukraine ist nicht schlecht, wenn Mann/Frau Geld hat. Und daran mangelt es ihr ja nicht. Wie kommt diese rechtmäßig verurteilte Strafgefangene also dazu, etwas vollkommen unsinniges und für einen souveränen Staat unmögliches zu verlangen? Und wie kommen die deutschen Medien dazu, ihr auf den Leim zu gehen und ihren Speichel zu lecken? Sie war lang genug in Amt und Würden – hat sie da etwas Grundlegendes am Straf‑ und Rechtssystem der Ukraine geändert?
Der Präsident der Ukraine mag für viele ein unangenehmer Politiker mit zweifelhaften Entscheidungen sein. Berlusconi und andere waren es auch. Jedoch, die Unfähigkeit der Regierung nach der orangenen Revolution, bei der Juschtschenko und Timoschenko viel zu sehr mit gegenseitigen Machtkämpfen zu tun hatten als mit Tagespolitik, hat die Menschen hier schnell ernüchtert. Die Quittung kam bei der letzten Wahl, Wiktor Janukowitsch ist der legitime und demokratisch gewählte Nachfolger!
Das Problem der Ukraine ist seine disponierte geografische Lage und das Fehlen von wirklichen Alternativen in der Politik. Dieses Problem lässt sich leider nicht durch Import lösen, da müssen die Ukrainer selbst durch. Und es wird wohl noch seine Zeit dauern. Die Ukraine ist erst 21 Jahre jung und hatte nach dem Zerfall der Sowjetunion keinen starken, reichen Onkel wie die Bundesländer von Sachsen bis Mecklenburg-Vorpommern!
Deutschland, Du wirst geliebt! Aber aktuell beantwortest Du diese Liebe wie ein hinterwäldlerischer Bauer, um nicht zu sagen: arroganter Armleuchter!
Zusatzinfos für ehrenwerte Journalisten: Falls Sie selbst recherchieren wollen und Ihnen, wie ich jüngst [hier und hier] lesen musste, schnöder Mammon für die Reportage vor Ort fehlt, schreiben Sie mir. Die Ukrainer, zu denen ich mich so langsam auch zähle, sind ein äußerst gastfreundliches Volk und würden sich über objektive Berichterstattungen sehr freuen!
Linktipp zum Thema Timoschenko
Frau Timoschenko macht weiterhin Schlagzeilen – vor allem außerhalb der Ukraine. Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang ist der Beitrag von Christoph Ⅾ. Brumme auf Honigdachs.com unter dem Subtitel „Die Simulantin und der Boxer“.
Die Woche(n) 10,11,12 – 2012
So ist das mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. 2 Monate habe ich ausgehalten und wöchentlich geschrieben. Entschuldigung, das wird wieder besser! ;)
Aber was soll ich denn auch berichten? Dass der Winter nicht weichen wollte? Es immer wieder schneite – taute – schneite – taute? Es gab neben viel Arbeit leider nichts außergewöhnliches zu berichten. Außerdem war es irgendwie wie „die Ruhe vor dem Sturm“. Soll heißen, wir haben jetzt endlich Frühling.
Und! Unsere Vorbereitungen für die neue Saison laufen auf Hochtouren. Grad heute haben wir einen Acker, den wir bewirtschaften wollen, inspiziert – und gleich mal das alte Gras abgebrannt. Das „Feuerchen“ geriet zwar kurz außer Kontrolle – meine Frau beruhigte mich und meinte, der Nachbar profitiert davon und wird Dir dankbar sein. DAS ist ukrainische Mentalität… Weiterlesen
Die Woche 09–2012
Es will einfach nicht Frühling werden! Es ist weiterhin kalt, nachts oft unter 0℃ und seit Stunden schneit es wieder. Zweimal ärgerten mich diese Woche die Elektriker, die – aus welchen Gründen auch immer – stundenlang den Strom abschalten. Dass ich arbeiten muss, ist das eine. Aber jetzt haben wir auch die Gänseeier im Inkubator und die brauchen konstante 38℃! Ich hoffe, sie haben die Unterbrechungen gut überstanden. Also auch hier müssen wir etwas tun und uns demnächst doch ein Stromaggregat zulegen.
Etwas Erheiterung brachte uns Julia. Dieses kleine, quirlige und hübsche Zieglein durfte eine Nacht in der Speisekammer schlafen als es Mitte letzter Woche –12℃ hatte. Und sie ist eine ganz Liebe und Brave! Hat auch nirgends hingepieselt. :) Da sie ja nun einmal im Haus war, habe ich das für ein kleines Fotoshooting genutzt – die Bilder möchte ich Euch nicht vorenthalten. Zumal Irma so einiges über sich ergehen lassen musste (und wie ihr Blick zeigt, nicht alles ganz geheuer war), aber sie ist mit Ziegen aufgewachsen und liebt sie wie wir. Viel Spaß mit den Bildern dieser Woche!
Die Woche 08–2012
In Deutschland feierte man diese Woche Fasching, hier habe ich davon nichts gemerkt. Aber während am Dienstag die Narren auf Deutschlands Straßen tanzten, bekamen wir wieder einmal Nachwuchs. Unsere neue Ziege Lieselotte gebar ein junges Zicklein, die wir „Julia“ tauften. Alles verlief ohne Probleme. Milla kam gegen Mittag in den Stall und da war sie da. Schön sauber geleckt und auf den eigenen Beinen! Als unsre erste Ziege Emma letztes Jahr Horst Schaschlik zur Welt brachte, brüllte sie das halbe Dorf zusammen. Weiterlesen





