Schlagwortarchiv zu: „Dorfleben“

Thema Selbstversorgung: Wie mache ich Fruchtwein?

Schon zu DDR-Zeiten haben mein Vater und ich selbst Wein aus Johannisbeeren hergestellt, da standen uns sogar richtige Weinballons a 25 Liter zur Verfügung. Und was der Garten hergibt, kann nach Geschmack, Lust und Laune gekeltert werden. Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Brombeeren, Himbeeren, Pflaumen, natürlich Äpfel u.v.m. Und ich erinnere mich gern an unseren Heizer in der erzgebirgischen Firma, der an seinem Arbeitsplatz im Heizhaus eine ganze Batterie von Ballons stehen hatte, waren dort die Temperaturen ja geradezu ideal. Und um die Weihnachtszeit stand dann die Verkostung an… ;)

Dieses Hobby habe ich hier in der Ukraine wiederentdeckt. Uns erschlägt es ja regelrecht mit Früchten. Saft, Marmelade, Schnaps, Chutney – alles haben wir gemacht, auch konserviert und eingefrostet – und die Büsche und Bäume sind immer noch voller Früchte. Also kramte ich mein altes Rezeptbuch heraus, schaute im Internet, wie andere heutzutage Fruchtwein herstellen und los ging es. Und wie man selbst Wein macht, was gar nicht so schwer ist, das will ich heute mal beschreiben, vielleicht ist das ja eine Anregung für den ein oder anderen, es selbst zu versuchen?

» weiterlesen

geschrieben am: 24.07.2017

 

Mit Galopp in den Sommer 2017

Wintereinbruch im April 2017 in DniproIrgendwie lief es dieses Jahr etwas anders als gewohnt. Der Winter war normal, angenehmere Temperaturen gab es jedoch erst in der zweiten Märzhälfte. Wie jedes Jahr wartete ich auf den letzten Schneefall - der kam bisher jedes Jahr zwischen Mitte und Ende März. Aber dieses Jahr? Nichts. Trotzdem blieben wir vorsichtig und siehe da, um den 20. April kam es noch einmal ganz dicke. Dabei hatten wir wieder Glück, nur die Ausläufer dieses Tiefs bekamen wir zu spüren. Aber ein Facebookfreund war gerade in Dnipro und zeigte uns Bilder - wir können froh sein, blühten doch zu dieser Zeit Aprikosen und Kirschen in vollster Blüte.

» weiterlesen

geschrieben am: 25.05.2017

 

Endlich! Es gibt keine kommunistischen Straßennamen mehr im Dorf

Aufgefallen ist es mir bei der letzten Stromabrechnung. Die Straßennamen bei uns im Dorf wurden, wie vom Gesetzgeber gewollt, entsprechend angepasst. Und auf unseren neuen Straßennamen kann man ja richtig stolz sein. Später mehr dazu. Viele Straßen bei uns trugen immer noch Namen der alten, kommunistischen „Idole“ oder Organisationen. Unsere Straße hieß Komsomolskaja, der Komsomol war die Jugendorganisation der KPdSU, das entspricht der FDJ in der ehemaligen DDR. Ebenso gab es die Pionierstraße, die Leninstraße und Straßen trugen Namen kommunistischer Dichter und sogar von kommunistischen Schergen, die viel Blut an ihren Händen hatten.

» weiterlesen

geschrieben am: 08.02.2017

 

Rückblick auf die Saison 2016 - Teil 2

Also ich muss sagen, „kontinentales Klima“ hat schon seine Vorteile. Es ist berechenbarer, kontinuierlicher. Bis in den Juli hinein hat es immer wieder Regen gegeben. Das war gut, haben wir so dieses Jahr weniger als sonst gießen müssen. Aber anders als in Deutschland war das keine komplette „Regenzeit“, wo man anfängt, ein Lied von Rudi Carrell zu pfeifen. Denn der Regen kam immer wieder zur richtigen Zeit, meist über Nacht und wir haben das nicht als lästig empfunden. Auch gab es immer wieder sonnige Tage dazwischen und die Temperaturen waren durchweg angenehm. Für den Garten und Acker war es perfekt. Es gab in der Ukraine diesen Sommer örtlich auch heftigen Hagel, selbst in Tscherkassy! Aber wir haben Glück gehabt, Chervona Sloboda wurde verschont.

» weiterlesen

geschrieben am: 30.11.2016

 

Rückblick auf die Saison 2016 - Teil 1

Der letzte Mais ist geerntet, die letzten Karotten blanchiert – und die Schlachtsaison hat begonnen. Soeben haben wir wieder drei Gänse in Gläser gestopft und kochen diese ein. Jetzt geht es langsam ans Genießen der Früchte unserer Arbeit. Und der Sommer war wieder, wie für die Ukraine üblich, nahezu perfekt. Begleitet mich nun durch ein ganzes Gartenjahr in Wort und Bild.

» weiterlesen

geschrieben am: 20.11.2016

 

Erfolgreiche Aufzucht von Warzenenten

Die positivste Überraschung dieses Jahres waren eindeutig unsere Warzenenten, die wir erstmalig auf dem Hof hatten.  Im Frühjahr kaufte meine Frau 40 Eier von Warzenenten, die wir im Inkubator ausbrüteten. Und siehe da, nach 34 Tagen schlüpften 21 gesunde Küken dieser Rasse. Warzenenten (Cairina moschata momelanotus) sind eine Zuchtform der Moschusenten und werden auch Flugenten oder Barbarie-Enten genannt, ukrainisch Мускусна качка.  Diese Rasse ist nicht mit unseren Hausenten verwandt, sie stammen ursprünglich aus Südamerika. Der Vorteil ist zum einen der geringe Fettanteil des Fleisches, für uns war jedoch auch ausschlaggebend, dass sie sehr leise sind. Normale Hausenten hatten wir ja schon. Ach, das war ein Geschnatter den ganzen Tag! Die Warzenenten hingegen geben nur einen leisen, zischelnden Laut von sich, sind darüber hinaus sehr zutraulich, viel intelligenter als Gänse und haben ein interessantes Aussehen. Die Aufzucht der Warzenenten war von Anfang an eine Freude und hat uns viel Spaß gemacht. Aber der Reihe nach.

» weiterlesen

geschrieben am: 11.11.2016

 

Winternachlese und Frühlingserwachen

Es gibt zur Zeit keine schweren Kämpfe in der Ukraine. Aber die Waffen schweigen nicht, immer wieder kommt es zu Provokationen. Der ausgehandelte »Frieden« in Minsk ist mehr als wackelig. Trotzdem merken wir, wie die Anspannung der letzten Monate sich etwas gelöst hat. Alle hoffen, dass dem kleinen Zaren im Kreml vielleicht etwas zustößt und eine vernünftigere Person das Ruder in die Hand nimmt. Ja, diese Ruhe tut uns gut, steht uns doch viel Arbeit bevor und die letzten Tage waren Vorboten des Frühlings. Dabei hat unsere Ziege Lieselotte schon in der Nacht zum 1. März den Frühling eingeläutet.

» weiterlesen

geschrieben am: 09.03.2015

 

Gastbeitrag: Ein Urlaubstag in der Ukraine

Ich bin aufgewacht, ein Blick auf die Uhr verrät: Es ist erst 4 Uhr früh... ah, jetzt weiß ich auch warum: ein Hahn ist es, der meinen Schlaf unterbricht. Der Wind weht durch das weit offene Fenster die Gardine ins Zimmer, ich stehe kurz auf, gehe zum Fenster und genieße den Augenblick. Mein Blick wandert weit hinaus, raus über die Felder bis zum Horizont, wo sich erste Anzeichen der aufgehenden Sonne am äußersten Rand des noch dunkelblauen Nachthimmels erkennen lassen und atme die frische, angenehm kühle Nachtluft tief ein. Kein Auto, kein Flugzeug oder sonst etwas an Zivilisation Erinnerndes ist zu hören, nur ab und zu dieser Hahn, der mich aber nicht wirklich ärgert, denn ich mache Urlaub - Urlaub in der Ukraine. Nach ein paar Minuten lege ich mich wieder hin und schlafe auch rasch wieder ein...

» weiterlesen

geschrieben am: 03.01.2015

 

Sommernachlese 2014 Teil 2 - Unsere Gäste

Anfang des Jahres sah es wirklich gut aus mit der Belegung unseres Ferienhauses. Leider haben viele dann doch ihre Reisepläne geändert, dafür konnten wir kurzfristig Entschlossenen eine Bleibe anbieten. Und das hatte für sie teilweise ganz (schöne) Folgen. So wie unserem neuen Freund Willi, der einfach mal die Ukraine sehen wollte, und hier sein neues Glück in Form einer hübschen Frau – und deren süße, kleine Tochter einen neuen und ganz lieben Papa fand. Links seht ihr die glückliche Familie bei der Erdbeerernte. Im Oktober wurde dann geheiratet, jetzt müssen nur noch ein paar bürokratische Hürden genommen werden, dann haben wir einen neuen Residenten im Dorf. An dieser Stelle noch einmal unsere herzlichsten Wünsche und viel Glück für Eure Zukunft!

» weiterlesen

geschrieben am: 27.11.2014

 

Sommernachlese 2014 Teil 1 - Garten und Tiere

Wie war der Sommer dieses Jahr bei uns? Nun, das Wetter war bilderbuchmäßig. Wir hatten keine langen Trockenperioden, Petrus »weinte« immer zur richtigen Zeit und nie zu lang. Einen kurzen Schreck hatten wir bei der Sturmnacht Ende Juni, ich berichtete. Da konnte ich mich ein paar Tage später wieder einmal über die Natur wundern. Der eine Nachbar hat nichts unternommen, um seinen Mais zu retten. Wozu auch, das ging von allein. OK, der Mais stand nicht mehr wie eine Eins, aber die Ernte war doch ganz normal bei ihm. Die kurze Regenperiode im September haben wir genossen, in Ruhe konnten wir uns auf den Endspurt vorbereiten. Und wir ließen uns da auch Zeit, den letzten Mais ernteten wir Anfang November.

» weiterlesen

geschrieben am: 25.11.2014

 

Sommerpause beendet - und jetzt?

Bild von Andrea B.Liebe Leser, es beginnt für uns die Winterzeit. Das heißt, wir haben unsere Arbeiten im Freien soweit beendet und können wieder mehr unseren Hobbys nachgehen. Dazu gehört für mich natürlich dieser Blog. Wir hatten und haben ein sehr bewegendes Jahr. Trotz allem durften wir wieder liebe Gäste begrüßen, wenn auch nicht so zahlreich wie geplant. Wir hatten auch schöne Tage am Dnjepr, haben gegrillt, liebe Freunde getroffen; hatten viel Nachwuchs bei Tieren, eine gute Ernte, neue Bauprojekte verwirklicht und begonnen - ich werde dazu noch detailierter etwas schreiben.

» weiterlesen

geschrieben am: 18.11.2014

 

Bilder vom letzten Sommersturm

Am letzten Donnerstag kam endlich der ersehnte Regen zu uns. Schön gemächlich regnete es den ganzen Tag, mal mehr, mal weniger. Eben so, wie man es als Kleinbauer gerne hat. Leider kam dann am Abend ein heftiger Wind dazu, der sich zu einem kleinen Sommersturm entwickelte. Ich hatte gerade das Spiel Deutschland gegen USA gesehen, da fiel dann auch schon der Strom aus und blieb bis in den folgenden Nachmittag weg. Das kann man ja noch verschmerzen, viel schlimmer hat es da Obstbäume und vor allem einige Äcker erwischt, wobei wir selbst noch ziemlich glimpflich davongekommen sind. Das nebenstehende Bild zeigt den Acker des Nachbarn rechts neben uns. Die Hälfte des Maises steht, als wäre nichts gewesen, der Rest liegt auf dem Boden, als wäre eine Planierraupe darüber hinweggerast. Vermutlich haben vereinzelte Böen ziemlich heftig gewütet.

» weiterlesen

geschrieben am: 28.06.2014

 

Willkommen 2014 - Ein kleiner Ausblick

Da sind wir nun… im Jahre 2014! Gab es da in meiner Kindheit nicht Bücher, in denen dieses Jahr in weiter Ferne und voller Phantasien lag? Soll ich jetzt seufzen? Soll ich jubeln? Ach egal, alt werden ja eh nur die Anderen. ;) Machen wir also das Beste daraus. Ich hoffe natürlich, dass Ihr alle gut ins Neue Jahr gekommen seid und wünsche Euch vor allem ein gesundes und tolles Jahr!

Was wird das Jahr 2014 bringen? Was haben wir vor?

Wir haben natürlich so einiges auf der Liste in diesem Jahr. Wir möchten gerne unsere Ziegenmilchproduktion erweitern. Unsere Freunde Natalie und Peter aus Smila haben uns mit Tipps, Rezepten und ersten Hilfsmitteln einen Start in die Käseproduktion ermöglicht, und von 2 Ziegen haben wir aktuell so viel Milch, dass wir nicht nur selbst genug Käse haben, sondern auch schon verkaufen können. Und da auch in der Ukraine eine Nachfrage nach guten Naturprodukten besteht, soll es da ein bisschen mehr werden.

» weiterlesen

geschrieben am: 01.01.2014

 

Rückblick 2013 Teil 1 - Die ersten Feriengäste

Diesen Sommer hatten wir die ersten Gäste aus Deutschland in unserem Ferienhaus zu Besuch. Familie Brüster aus Leverkusen gaben den Einstand und es waren schöne Tage für uns alle. Das Wetter war traumhaft und aus Gästen sind Freunde geworden.

Es ist ja auch toll, wenn Kinder sich einmal so richtig austoben können und jeden Tag Kontakt mit Tieren haben; dabei auch sehen, was das für eine Verantwortung ist und eben auch mithelfen können. Familie Brüster hat mir sogar eine DVD mit ihren Bildern geschickt. Es ist nun Zeit, daraus etwas zu präsentieren und den Jahresrückblick einzuläuten.

» weiterlesen

geschrieben am: 30.12.2013

 

Veranstaltung „Die Ukraine zwischen Tradition und Moderne“

Die Familie Brüster aus Bergisch Neukirchen hat über mehrere Jahre ein Gastkind aus der Ukraine aufgenommen und einen schönen Urlaub ermöglicht. Was lag für die Familie näher, diese auch einmal in der Ukraine zu besuchen? Das taten sie dann auch im Juli/August anlässlich einer Taufe und machten danach Urlaub bei uns im Dorf.

Über Impressionen dieser Reise halten sie nun am 08. November 2013 um 20:00Uhr in Leverkusen-Bergisch Neukirchen (Pfarrsaal Heilige Drei Könige im Platanenweg) einen Bildervortrag. Interessenten sind herzlich Willkommen und auch wir wünschen allen viel Spaß dabei!


geschrieben am: 22.10.2013

 

Schnappschuss des Monats 09/13

Irmas Töchterchen Anika ist wie ihre Mutter eine ganz Liebe und geniesst dieselben (Narren-)Freiheiten. Sie ist noch zu haben, wächst uns aber auch immer mehr ans Herz. Denn sie ist wirklich die zweite Irma, sehr intelligent und mit denselben Flausen im Kopf wie ihre Mutter in dem Alter. Würden wir auch mit 2 Schäferhündinnen zurecht kommen? Wahrscheinlich müssen wir es probieren, denn Anika geben wir nur an gute Hundehalter ab!


geschrieben am: 18.09.2013

 

Urlaub am Dnepr, seit Sommer 2013 in unserem Ferienhaus!

Es ist soweit! Unser Ferienhaus, direkt auf unserem Grundstück, kann ab sofort gebucht werden. Erleben Sie die Ukraine hautnah, mitten in einem typisch ukrainischem Dorf, auf unserem kleinen Hof. Dabei ist die Großstadt Tscherkassy gerade einmal 10 Autominuten entfernt und bietet ihnen als Kontrast urbanes Leben. Aber der größte Vorteil, Sie leben in unserer Nähe, wir sprechen Deutsch und stehen direkt für Sie zur Verfügung; helfen bei sprachlichen Schwierigkeiten oder organisieren Ausflüge.

» weiterlesen

geschrieben am: 14.09.2013

 

Sommerhalbzeit

Und schon ist August. Die Sommerpause im Blog ist noch nicht vorbei, aber es ist Zeit für ein kleines Zwischenfazit. Vom Wetter her ist wieder alles perfekt. Die Ziegen und Kaninchen wachsen prächtig, ebenso Irmas Welpen. Wir wecken ein wie die Weltmeister! Konfitüre, Gelee, Saft, Tomatensoße, und vieles andere füllt den Keller. Die ersten Feriengäste haben unsere Ferienwohnung eingeweiht und sie meinen auch, dass wir ein schönes Fleckchen in der Ukraine erwischt haben.

» weiterlesen

geschrieben am: 05.08.2013

 

Julia T. hat Nachwuchs und ein kleines Wunder

Was für ein aufregendes Wochenende! Bei Julia T. war es endlich soweit, sie hat 2 Junge zur Welt gebracht. Ein Böcklein und ein Zicklein. Niemals wieder werden wir Mittags eine Ziege zum Bock bringen, denn dann kommen die Jungen in der Nacht zur Welt. So war es dann auch. Wir wollten gerade Sonntag früh gegen 1:00 Uhr zu Bett, als Julia T. mit lautem Gemecker den Nachwuchs ankündigte. Da es Probleme gab, kamen wir dann auch erst gegen 4:00 Uhr endlich zu etwas Schlaf. Was passierte und was es sonst in unserem kleinen Tierreich an Neuigkeiten gibt, beschreibe ich in nachfolgender Gallerie. Viel Spaß beim Betrachten :)

» weiterlesen

geschrieben am: 16.04.2013

 

Julia T. war heute beim Bock!

Wenn Ziegen im Herbst unruhig werden, viel meckern und das Geschlechtsteil anschwillt, dann heißt es: sie ist heiß und will zum Bock. Wir haben selbst keinen Ziegenbock, da das Halten dieser so eine Sache ist. Sie brauchen einen extra Platz, Futter und hmm, „muffeln“ ziemlich stark. Aber im Dorf gibt es einige Frauen, denen macht das nichts aus und sie verdienen so fürs Decken auch noch ein paar Griwna.

» weiterlesen

geschrieben am: 15.11.2012

 

Was für ein Sommer Teil 4 - Unsere Ziegen

Während die Gartenarbeit und die Enten uns nur in der Saison beschäftigen, haben wir die Ziegen das ganze Jahr. Wir haben uns ganz gut mit ihnen arrangiert und möchten sie nicht mehr missen. Sie versorgen uns ja auch mit Milch, daraus machen wir Quark, Sahne, Frischkäse, ab und zu auch Butter - alles gehört in der Küche und auf dem Tisch nun zum Standard.

» weiterlesen

geschrieben am: 07.11.2012

 

Was für ein Sommer Teil 3 - Die Entenaufzucht

Es war eine spontane Entscheidung Anfang Mai. Auf dem Basar konnten wir nicht widerstehen und kauften 17 Entenküken, gerade mal einen Tag alt. Enten, so sagte man uns, brauchen nur 2 Monate bis zur Schlachtreife. Das kann gut hinkommen bei industrieller Mast. Wir haben den Enten noch einen Monat dazu gegeben bei natürlicher Kost, sprich einem Mix aus Gras, Getreidekörnern, geriebenen Zucchinis und vor allem gekochten Kartoffeln. Letzteres ist interessant, so kann man die alten Kartoffeln vom Vorjahr gut verwerten. Natürlich müssen vorher die Keime an den Kartoffeln entfernt werden. Wie die Aufzucht erfolgreich ab lief, zeigt nebenstehende Galerie mit entsprechenden Bemerkungen:

» weiterlesen

geschrieben am: 30.10.2012

 

Was für ein Sommer Teil 2 - der Garten

Bis dieser Specht auf der fast verwelkten Sonnenblume vor meinem Fenster sitzen konnte, gab es viel Arbeit im Garten und auf dem Acker. Wir hatten uns viel vorgenommen. In unserem Garten haben wir mehrere Erdbeerbeete angelegt, Himbeeren und Johannisbeeren gepflanzt. Also brauchten wir mehr Platz und nahmen noch ~3000m² Ackerland dazu. Das ist kein großes Problem, Land gibt es genug. Ein Acker ist am Ortsrand, da haben wir hauptsächlich Hafer, Klee und Kürbis angepflanzt. Der Pflegeaufwand hielt sich in Grenzen.

» weiterlesen

geschrieben am: 28.10.2012

 

Die 100 sind voll - eine kleine Viehinventur

Wer hätte das vor 3 Jahren noch gedacht. Damals in Deutschland waren wir höchstens „Besitzer“ von ein paar Stubenfliegen und einem 4m² großen Blumenbeet neben der Terrasse, heute tummeln sich in unsrer kleinen Kolchose über 100 (Nutz-)Tiere und wir bewirtschaften ca. 3000m² Land. Für diesen Sommer wurde alles geboren, ist geschlüpft oder wurde gekauft. Was haben wir also?

» weiterlesen

geschrieben am: 25.05.2012

 

Italien jubelt, Deutschland weint …

… und Angela Merkel muss nun doch nicht nach Kiew fliegen!

Dieses Dilemma bleibt ihr (leider) erspart. Somit hat Jogi Löw im Auftrag des deutschen, demokratischen Merkelstaates doch alles richtig gemacht. ;)

Herrlich, diese Kommentare überall: „Jogi ist ein guter Assistent, aber kein guter Boss“, „Ich war im Stadion und was viele Fans am meisten störte, war, den FC Bayern anfeuern zu müssen.“ oder „Wenn in der ersten Halbzeit sieben Bayernspieler auf dem Platz stehen, konnte das ja nix werden.“

» weiterlesen

geschrieben am: 29.06.2012

 

Gänseaufzucht ist doch nicht so einfach

Nachdem wir im letzten Jahr 15 junge Gänse (Hökergänse) auf dem Basar kauften, groß zogen und einen Teil uns im Winter schmecken ließen, fingen die verbliebenen Gänse Mitte Dezember an, Eier zu legen. Natürlich waren 2 Ganter dabei, die auch fleißig „die Eier stempelten“. :) Kleinere Eier verarbeiteten wir ganz normal wie Hühnereier und die großen Eier sammelten wir dann und bewahrten sie an einem kühlen Ort auf. Ziel war es, diese dann selbst in einem Inkubator auszubrüten und so auch etwas Geld für den Kauf neuer Gänse zu sparen. Laut meiner Frau können die Eier bis zu 3 Monate gelagert werden, bevor man mit dem Ausbrüten beginnt.

» weiterlesen

geschrieben am: 08.05.2012

 

Die Woche(n) 10,11,12 - 2012

So ist das mit den guten Vorsätzen fürs neue Jahr. 2 Monate habe ich  ausgehalten und wöchentlich geschrieben. Entschuldigung, das wird wieder besser! ;)

Der letzte Schnee bisher, 2 Tage später hatten wir 18°C und herrlichen SonnenscheinAber was soll ich denn auch berichten? Dass der Winter nicht weichen wollte? Es immer wieder schneite - taute - schneite - taute? Es gab neben viel Arbeit leider nichts außergewöhnliches zu berichten. Außerdem war es irgendwie wie "die Ruhe vor dem Sturm". Soll heißen, wir haben jetzt endlich Frühling.

» weiterlesen

geschrieben am: 24.03.2012

 

Die Woche 09-2012

Es will einfach nicht Frühling werden! Es ist weiterhin kalt, nachts oft unter 0°C und seit Stunden schneit es wieder. Zweimal ärgerten mich diese Woche die Elektriker, die - aus welchen Gründen auch immer - stundenlang den Strom abschalten. Dass ich arbeiten muss, ist das eine. Aber jetzt haben wir auch die Gänseeier im Inkubator und die brauchen konstante 38°C! Ich hoffe, sie haben die Unterbrechungen gut überstanden. Also auch hier müssen wir etwas tun und uns demnächst doch ein Stromaggregat zulegen.

» weiterlesen

geschrieben am: 04.03.2012

 

Eisangeln am Dnepr zum Zweiten

Vorgestern berichtete ich über Eisangler am Dnepr. Leider waren wir zu weit entfernt, um zu sehen, was gefangen wird. Als Norwegenfan und Sohn eines passionierten Anglers interessiert mich das natürlich. Desto überraschter war ich heute, als unsere Klingel anschlug (Irma) und ein mir fremder, von oben bis unten eingemummelter  Mann nach meiner Frau verlangte. Wie sich herausstellte ist er ein ehemaliger Schulkamerad, der uns Fische brachte, frisch aus dem Dnepr.

Als ich die Fische sah, war ich schon ein bisschen enttäuscht, wie es aussieht, sind das Rotaugen (Plötzen). Aber Sergej versicherte mir, dass auch Welse und Hechte an die Angel gehen. Nun ja, Katzen haben wir nicht, aber Irma hat sich auch riesig gefreut. :)


geschrieben am: 11.02.2012

 

Eisangeln am Dnepr

Gestern waren wir bei Freunden in Tarasivka. Die Fahrt führte uns hinter Tscherkassy über den Dnepr. Von der Brücke aus bot sich uns ein toller Blick auf den zugefrorenen Strom. Und auch in der Ukraine gibt es die „stillen Verrückten“ - Pardon: unerschrockenen Angler! Und das zu jeder Jahreszeit. Anbei ein paar Bilder, die ich aus dem fahrenden Auto heraus gemacht habe.

» weiterlesen

geschrieben am: 09.02.2012

 

Die Woche 04-2012

Ich habe es diese Woche schon erwähnt, der Winter hat uns fest im Griff und es soll noch kälter werden. Da werden natürlich alle Aktivitäten im Freien auf ein Minimum beschränkt, wir haben ja zum Glück auch alle Hände voll mit der Küchenrenovierung zu tun.

Und wenn ich dann am PC sitze und aus dem Fenster schaue, freue ich mich doch schon auf den Frühling und dass mein Gewächshäuschen einen freundlicheren Anblick bietet. Aber es ist ganz passend das Bild der Woche:


geschrieben am: 29.01.2012

 

Der Winter ist da

Jetzt hat sie uns, die sibirische Kälte. Spät ist sie gekommen, aber sie ist da. Mit -17°C war die letzte Nacht die bisher Kälteste. Und wetter.com orakelt, dass ein Ende nicht in Sicht ist, die Temperaturen sogar jenseits von -20°C liegen sollen. Letzte Woche gab es den dazu gehörenden Schnee, ca. 20cm von der weißen Pracht deckte alles zu. Seit gestern haben wir tagsüber strahlend blauen Himmel, das macht die Unannehmlichkeiten der Kälte mehr als wett. Wir schauen den kommenden Tagen gelassen entgegen, solange Gas und Strom da ist, gibt es für uns kein Grund zur Sorge.

» weiterlesen

geschrieben am: 28.01.2012

 

Wo man feiert wird gesungen

Im Forum von ukraine-nachrichten.de sucht man aktuell die schönsten ukrainischen Volkslieder. Eines, welches bei uns sehr gern gesungen wird ist РОМАШКА БЕЛАЯ (Ramaschka belaja = weiße Margeriten). Dabei handelt es sich zwar um ein russisches Lied, schön ist es trotzdem, zumal ich wenigstens beim Refrain mitsingen kann. :)

Und da es in geselliger Runde immer noch am schönsten klingt, habe ich mal ein altes Video von 2003 hervorgeholt und für diese Seite zurecht gemacht. Entschuldigt die Qualität, damals hatte ich nur eine analoge Kamera und das Band hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel:

» weiterlesen

geschrieben am: 20.01.2012

 

Die Woche 02-2012

Wer jetzt denkt, dass mit den ukrainischen Weihnachten am 6./7. Januar der Alltag wieder eingekehrt ist, der ist leider im Irrtum. Am 13./14. Januar wird natürlich auch gefeiert, diese Tage entsprechen nach dem alten Kalender dem Neujahrsfest. Wir haben am Samstag bei einer Cousine meiner Frau gefeiert, mit viel gutem Essen und einigen Gläschen Samogon - und ich habs sehr gut überstanden! ;)

Unsere neue Ziege hat sich ganz gut eingelebt, wobei sie von mir in den ersten Tagen gleich einen Spitznamen bekam, aus Lieselotte lässt sich ja ganz schön „Meckerliese“ machen und das ist sie im wahrsten Sinn des Wortes. Aber ich habe Geduld und hoffe, dass sie sich gut einlebt und wieder beruhigt. Sie ist ja trächtig - aber keiner weiß, wann es soweit ist, sie lebte ja mit mehreren Ziegen und Böcken zusammen und da passt niemand auf, wer mit wem, wann und wo....

» weiterlesen

geschrieben am: 15.01.2012

 

Die Woche 01-2012

Neues Jahr - neuer Anlauf. Nachdem viel Arbeit das Hobby zu kurz kommen lies, soll es im neuen Jahr natürlich besser werden. Das ist einer der guten Vorsätze von mir.

Wir hoffen natürlich, dass Ihr alle gut in 2012 angekommen seid und die Feiertage zu etwas Ruhe genutzt habt. Bei uns steht mit dem neuen Jahr viel Arbeit auf dem Plan. Die Kammer und die Küche sind jetzt mit der Renovierung dran, bevor im Frühjahr die Gartensaison wieder losgeht.

» weiterlesen

geschrieben am: 08.01.2012

 

Problemlösung auf Ukrainisch (1)

Die Geburtsraten sind natürlich auch in der Ukraine unterschiedlich. Und speziell bei uns im Dorf ist der Jahrgang 2003 besonders stark gewesen. Das gab dann bei der Einschulung natürlich ein Problem, da die Klasse zu stark war und es an Räumlichkeiten und Lehrkräften mangelte. Aber man fand eine Lösung. Der Unterricht findet für diesen Jahrgang in 2 Schichten statt! Die eine Klasse hat im ersten Halbjahr von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr Unterricht und die andere von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Nach den Winterferien wird getauscht. Von irgendwelchen Protesten seitens der Eltern, Kinder oder Lehrer ist mir nichts bekannt. Hallo Frau Schavan, würde das nicht auch in Deutschland einige Probleme lösen? ;)

» weiterlesen

geschrieben am: 03.11.2011

 

Natürliche Anbauweise macht Spaß

Minimaler Einsatz von Chemie, Naturdünger und dann das Gemüse wachsen lassen, wie es eben will. Das kann durchaus lustig sein, wie nebenstehende Karotte beweist. ;)


geschrieben am: 01.11.2011

 

Unsere Lieblinge: Irma und Emma (2)

Und dann ist ja noch Irmas beste Freundin: Die Ziege Emma

Wir hatten Irma gerade eine Woche, sie hat sich gut eingelebt und schon die ein oder andere Sandale zerbissen, da bekamen wir das Angebot, für 10 Euro eine junge Ziege zu erwerben. Ich hatte ja eine tierische Freundin. Und meine Frau? Klar, sie bekam die Ziege. Und ein Name war schnell gefunden, Emma oder wie meine Frau sie nennt: Emmutschka.

» weiterlesen

geschrieben am: 31.10.2011

 

Unsere Lieblinge: Irma und Emma (1)

Habe ich schon erzählt, dass es auf dem Dorf keine Klingeln gibt? Ich habe diese technische Errungenschaft noch nirgends erblickt. Wirklich! Und ich habe auch noch keinen Hof ohne Hund gesehen. Oh, und da gibt es ja so viele. In mancherlei Grundstücken kläffen oft auch mehr als einer, sobald man sich dem Grundstück nähert. Und was für welche! Von bisslustigen, kleinen, fiesen Ratten bis zu sanftmütigen, halben Kälbern - da ist alles und in fast allen Farben dabei.

Rassen? Da kenne ich mich nicht aus. Ich bin mir aber in einem sicher: Sollte ein ernsthafter Artenforscher sich einmal in die Ukraine verirren, er hätte helle Freude an seiner Arbeit.

» weiterlesen

geschrieben am: 31.10.2011

 

Erste Leseranfrage und Klarstellung

Eben bekam ich eine Leserfrage per Mail herein, die ich doch gleich beantworten möchte. Eine Dame (sie wünscht anonym zu bleiben) schrieb mir:

Hallo, ich habe in Ihrem Blog gelesen und bin richtig wütend. Wie können Sie die Ukraine so lebenswert beschreiben, wo doch dieses Land in Kriminalität und Korruption erstickt und wo es sogar Kinderprostitution gibt? Viele Menschen sind dort so arm und wissen nicht, was sie morgen essen sollen! Haben Sie nicht mitbekommen, was mit der Julia Timoschenko passiert? Warum schreiben Sie nicht darüber? So etwas ist doch unverantwortlich!

» weiterlesen

geschrieben am: 28.09.2011

 

Versorgung in der Ukraine – Der Basar

Die handgefertigte Besen funktionieren prächtigDer globale Markt ist auch in der Ukraine angekommen. Wir haben bis auf Kleinigkeiten bisher kaum etwas vermisst. Natürlich gibt es wie in Deutschland die großen „Fresstempel“, monströse Baumärkte und wer das vermissen würde, auch die Hamburgerbude mit dem „gelben M“ ist in größeren Städten zu finden. Das „Erlebnis Einkauf“ ist jedoch vielfältiger als man denken mag. Es gibt noch das, was viele als „Tante Emma-Laden“ kennen und es existieren im Dorf und der Stadt noch Basare mit einem lebhaften Privathandel. Omas verkaufen dort ihr selbst angebautes Obst und Gemüse, viele Kleinhändler bieten vom Traktor bis zum Spatenstiel alles Erdenkliche feil.

» weiterlesen

geschrieben am: 28.09.2011

 

Cherwona Sloboda - Ein Dorf zieht um

Will der Reisende von Kiew nach Tschigirin oder weiter nach Krementschuk, so kommt er nach einer zweieinhalbstündigen Fahrt durch endlos scheinende Felder und kleine, beschauliche Dörfer direkt an den Dnepr. Der Dnepr! Mit über 2200km Länge ist er Europas drittgrößter Fluss, nach Wolga und Donau. Und wer sich die Liste der längsten Flüsse auf der Erde anschaut, sieht ihn gemütlich in einer Reihe mit dem Ohio, Arkansas- und dem Colorado-River in Amerika stehen. In den Waldaihöhen, nur 200km von Moskau entfernt, beginnt der lange Weg durch Russland, Weißrussland und die Ukraine – bis er im schwarzen Meer sein Ziel erreicht.

Heute stehen wir an seinem linken Ufer und sehen auf der anderen Seite, in 12km Entfernung, die Silhouette von Tscherkassy. Die Fahrt geht weiter. Sechzehn Kilometer geht es nun neben dem Bahngleis über den gewölbten Damm und dann über die 1km lange Stahlbrücke hinein in die Stadt. Schaut man während der Fahrt einmal nach Osten, entsteht der Eindruck, an einem Meer zu sein. Nicht zu unrecht sagt man hier im Sommer „Wir gehen ans Meer schwimmen“. Denn was wir hier sehen, ist der riesige Stausee des Krementschuker Staudamms.

» weiterlesen

geschrieben am: 20.09.2011

 

Der Pope hilft!

Jahrzehntelang wurde der Glaube in den Sowjetrepubliken unterdrückt. Es war einer der größten Fehler der sozialistischen Ära. Nach dem Zerfall der Sowjetmacht erlebte die orthodoxe Kirche auch in der Ukraine eine beispiellose Renaissance. Schon bei meiner ersten Fahrt im Jahre 2003 sah ich vieles im Land im Argen liegen. Aber nicht nur Tankstellen, auch neue Kirchen sind wie Pilze aus dem Boden geschossen - und was noch erhalten war, wurde liebevoll restauriert. Verfallene oder ungepflegte Kirchen sah ich nirgends.

Und auch bei privaten Problemen und gesundheitlichen Zipperlein wird wieder gern der Rat eines Popen gesucht. Popen sind die Priester der orthodoxen Kirche. In der Ukraine nennt man ihn „Piep“ (ich bleibe lieber bei der russischen Bezeichnung). Aber Pope ist nicht gleich Pope! Es gibt mittlerweile Popen, die sich über ihr Dorf hinaus einen Namen gemacht haben und von denen man sich regelrechte Wunder erzählt. So auch von dem Priester in dem kleinen Dorf Halahanivka.

» weiterlesen

geschrieben am: 13.09.2011